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Produktion
3.2.1 Inputs und Outputs, fixe und variable Faktoren
Das klassische Ertragsgesetz
U

nter Produktion wird die Umwandlung von Inputs in Outputs verstanden. Inputs sind Produktionsfaktoren. Outputs sind Produkte. Sowohl bei Inputs als auch bei Outputs handelt es sich um Güter und Dienstleistungen. Abbildung 1 stellt den Produktionsprozess schematisch dar.

Abbildung 1
Produktionsprozess: Die Transformation von Inputs in Outputs wird mithilfe einer beschrieben. Innenbeziehungen der Unternehmung interessieren im vorliegenden Zusammenhang nicht.
[Maussensitive Grafik]

Für die hier verfolgten Zwecke reicht es aus, den Betrieb als "black box" aufzufassen. Die Innenbeziehungen sollen nicht weiter interessieren. Das rechtfertigt allerdings keine Vorwürfe an die Mikroökonomik, sie würde innerbetriebliche Strukturen und Prozesse außer Acht lassen. Nur für das hier vorliegende Untersuchungsziel werden sie ausgeblendet. Auch nichtmarktliche Beziehungen (Externe Effekte) der Unternehmung mit ihrer Umwelt bleiben unberücksichtigt bzw. werden als nicht vorhanden angenommen.

Wie die Unternehmung Inputs in Outputs transformiert, wird mithilfe einer Produktionsfunktion beschrieben. Wenn man von einer Einproduktunternehmung ausgeht, die das Produkt X mit den Produktionsfaktoren Kapital $K$ und Arbeit $L$ herstellt, kann die Produktionsfunktion angegeben werden als

$$x = f\big( K, L\big) \tag{1}$$

Wenn die Unternehmung einen Produktionsfaktor in kurzer Frist nicht variieren kann, wird der Produktionsfaktor fix genannt. Um das deutlich zu machen, wird der fixe Produktionsfaktor mit einem Querstrich versehen oder der Einfachheit halber weggelassen.

$$ x = f\big( \bar{K}, L\big) = g(L) \tag{2}$$

In Gleichung (2) ist Kapital ein fixer Produktionsfaktor, Arbeit ist ein variabler Produktionsfaktor.

Fixe Produktionsfaktoren verursachen Fixkosten, variable Produktionsfaktoren variable Kosten.
Variable Kosten schwanken mit der Produktionshöhe.

Da eine strenge Unterscheidung zwischen fixen und variablen Faktoren empirischen Phänomenen nicht hinreichend gerecht wird, werden in fortgeschrittenen Analysen auch quasi-fixe Faktoren betrachtet. Ein typisches Beispiel dafür ist der Produktionsfaktor Arbeit, der in Unternehmen sowohl fixe als auch variable Kosten verursacht. Hier wird im Folgenden aber angenommen, eine strenge Unterscheidung sei möglich. Arbeit wird als rein variabler und Kapital als fixer Produktionsfaktor aufgefasst. Wenn das Unternehmen kurzfristig nichts produziert, fallen keine Arbeitskosten an. Auf lange Sicht fallen gar keine Kosten an, da langfristig alle Produktionsfaktoren variabel sind